Vor 75 Jahren, genauer gesagt am 14.12.1937, erließ Obernazibulle Fricke den sog. „Asozialen-Erlass“. Zigtausende verschwanden aufgrund dieses Erlasses in KZs zur sog. „Vernichtung durch Arbeit“. Heute leben wir nicht mehr im Faschismus, aber die Verfolgung der sog. „Asozialen“ erlebt eine Renaissance. Immer mehr Kleinstkriminelle verschwinden in bundesdeutschen Knästen. Weiterlesen →
Wer in Deutschland arbeitet – ob mit oder ohne Papiere – hat Rechte:
– schriftlicher Arbeitsvertrag (Adresse, Arbeit, Dauer, Lohn / Tarif, Urlaub) – Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (ab 4 Wochen nach Arbeitsbeginn) – Ruhezeiten (höchstens 8-11 h Arbeit, mindestens 30 min Pause bei 6 h) – Überstundenausgleich (in Freizeit oder Geld) – bezahlter Urlaub (min. 24 Werktage bei Vollzeit, ab 4 Wochen Arbeit) – sicherer Arbeitsplatz (Persönliche Schutzausrüstung, Arbeitsschutz) – Versicherung bei Arbeits- und Wegeunfällen (Berufsgenossenschaft) – Jugendschutz (06-20 Uhr, max. 8-9 h am Tag, ab 4,5 h 30 min Pause) – Mutterschutz (6 Wochen vor Geburt und 8 Wochen danach) – Schutz vor Diskriminierung und Gewalt – Lohnabrechnung (schriftlicher Nachweis) – Einsicht in die Personalakte (auch mit einem Rechtsbeistand) – schriftliche Kündigung (Einhaltung der Fristen) – Arbeitszeugnis direkt nach Kündigung (mit oder ohne Bewertung) – Gewerkschaftsfreiheit (ab 3 Personen freie Vereinigung)
Mini-Job („geringfügige Beschäftigung“ bis 556 EUR/Monat): – Urlaubsanspruch (im Verhältnis zu einer Vollzeitstelle) – Anspruch auf Versicherung bei http://www.minijob-Zentrale.de (Knappschaft)
Leiharbeit (Zeitarbeit): – Kontrolliere den Vertrag: Wieviel Stunden? Wo sollst du arbeiten? Wer bezahlt die Fahrtkosten? Stellt die Firma Schutzausrüstung? Gibt es einen Tarifvertrag, Mindestlohn (12,82 EUR/h) oder Gleichbezahlung (Equal Pay)?